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Pressemitteilung

02.05.2012

 

220 Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Karlsruhe

Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner unterzeichnet
die Verordnung für das Naturschutzschutzgebiet „Kalkofen“ in Mönsheim (Enzkreis)


Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner unterzeichnete heute (2. Mai) in Anwesenheit von Bürgermeister Thomas Fritsch im Rathaus der Gemeinde Mönsheim die Schutzgebietsverordnung. Damit verfügt der gesamte Regierungsbezirk nun über 220 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 20.175 Hektar (2,9 Prozent der Fläche des Regierungsbezirks).

Mit dem jüngsten Naturschutzgebiet im Regierungsbezirk Karlsruhe wird ein repräsentativer Ausschnitt (69 Hektar) aus der vielfältigen Kulturlandschaft des Heckengäus unter Schutz gestellt.

Der Karlsruher Regierungspräsident bilanzierte: „In meiner Zeit als Regierungspräsident (2005 bis 2012) konnten sechs neue Naturschutzgebiete ausgewiesen werden: der ‚Silberweidenwald Steinmauern’ (Landkreis Rastatt), der ‚alte Flugplatz Karlsruhe’ (Stadtgebiet Karlsruhe), die ‚Auweinberge’ in Mosbach und Neckarzimmern (Landkreis Neckar-Odenwald), der ‚Kapellenbruch’ in der Rheinebene bei Wiesloch/Malsch (Rhein-Neckar-Kreis), die ‚Sandheiden und Dünen bei Sandweier und Iffezheim’ (Stadtkreis Baden-Baden/Landkreis Rastatt) und  heute, als sechstes, der ‚Kalkofen’ im Enzkreis.“

Insgesamt sind in diesem Zeitraum 740 Hektar neue Naturschutzgebietsflächen dazugekommen. Das entspricht der Fläche von über tausend Fußballfeldern. Der flächenmäßig kleinste, aber am dichtbesiedelste Regierungsbezirk liege damit an zweiter Stelle im Land.

Dr. Kühner appellierte bei dieser Gelegenheit an alle in Politik und Verwaltung Verantwortlichen, die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen zur dauerhaften Pflege der Schutzgebiete bereit zu stellen. Der Regierungspräsident wörtlich: „Natur- und Artenvielfalt gehören zu unser aller Lebensgrundlage und dementsprechend muss gehandelt werden.“

In seiner Ansprache betonte Dr. Kühner den hohen naturschutzfachlichen Wert des Gebietes. Auf rund 69 Hektar findet sich ein reizvolles Mosaik aus Magerrasen, blütenreichen Wiesen, Steinriegel, Hecken, Gebüschen und lockeren Kiefernwäldern. Das Gebiet repräsentiert damit auf einzigartige Weise die gut strukturierte Landschaft des Heckengäus. Es ist darüber hinaus Lebensraum einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, darunter auch seltene und gefährdete Arten. Auf den Magerrasen und Wiesen finden sich die Orchideenarten Bienen-Ragwurz, Stattliches Knabenkraut und Helmknabenkraut, weiter die Küchenschelle, die Ästige Graslilie, das Sonnenröschen und die Karthäuser-Nelke. Nicht weniger als 33 Schmetterlingsarten, 44 Brutvogel-Arten und sechs Fledermausarten wurden 2010 im Gebiet nachgewiesen. Die seltensten Arten waren bei den Schmetterlingen der Segelfalter und der Wegerich-Scheckenfalter, bei den Vögeln Baumpieper, Kuckuck, Grauspecht und Neuntöter und bei den Fledermäusen Abendsegler und Bartfledermaus.

Unter Botanikern ist der „Kalkofen“ wegen seines einzigartigen Vorkommens des „Rundblättrigen Hasenohrs“ bekannt. Dieses eher unscheinbare Ackerbegleitkraut ist in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht und kam im Gebiet noch vor wenigen Jahren mit einigen Hundert Exemplaren vor.

Regierungspräsident Dr. Kühner: „Naturschutz und damit auch der immer dringlicher werdende Schutz der Artenvielfalt ist zwingend auf Akzeptanz vor Ort angewiesen. Das ist hier ganz offensichtlich der Fall: Das Verfahren zur Unterschutzstellung ist bei der örtlichen Bevölkerung auf großes Interesse und auf Zustimmung gestoßen. Sowohl die Führungen im Gelände als auch die Vorstellung des Schutzgebietsvorschlags und seiner Verordnung sind von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, darunter auch die Landwirte und die Besitzer von Gärten, besucht worden.“ Er freue sich insbesondere über die einstimmige Zustimmung des Gemeinderats zum Unterstellungsvorschlag seiner Behörde. Er beglückwünschte die Bürgerinnen und Bürger zu diesem Kleinod auf ihrer Gemarkung und bedankte sich bei den Landwirten, den Mitgliedern des BUND und der Schäfereigemeinschaft Mönsheim sowie den Mitarbeitern des Bauhofs der Gemeinde für die in der Landschaftspflege geleistete Arbeit. Der Regierungspräsident versicherte, dass sich das Regierungspräsidium weiterhin dafür einsetzen werde, dass die zur Pflege der Kulturlandschaft notwendigen finanziellen Mittel aus dem Naturschutzhaushalt bereit gestellt werden.


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Letzte Änderung: 08.05.2012